Kurzübersicht über meine Betriebsweise

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Bienenstand

Mein erster und zurzeit größter Bienenstand liegt direkt hinter meiner Wohnung. So habe ich meine zig-tausend Arbeiterinnen am besten unter Kontrolle. Platz bietet dieser Bienenstand für insgesamt 12 Völker. 

 

Im Flugradius meiner Bienen befindet sich keine Landwirtschaft, also sollte es keine Probleme mit Pestiziden geben. Der nahe gelegene Friedhof mit seinen vielen großen Bäumen, wie Ahorn, Linden und Kastanien sowie der nahe gelegene Wald mit Kirschen, Traubenkirschen, Weißdorn, Schwarzdorn, Schlehen, Robinien und anderen blühenden Nektarquellen bilden die Grundlage für einen leckeren Honig. Aber auch Brombeeren, Holunder, Löwenzahn, viele Obstbäume, Himbeeren, Erdbeeren, Lavendel und blühende Wiesen steuern ihren Teil zu einem aromatischen Honig bei.

Bienengesundheit

Seit vielen Jahren ist das Hauptproblem unserer heimischen Honigbienen ein aus Asien eingeschleppter Parasit: die Varroamilbe. Die europäischen Bienen erkennen diesen Parasiten allerdings nicht und ohne imkerliche Unterstützung kann daher auch kein Bienenvolk überleben.

Es gibt viele Möglichkeiten wie Imker ihre Bienen im Kampf gegen die Varroamilbe unterstützen können.

Mein Konzept gegen die Varroamilbe ist ohne Medikamente und beruht nur auf mechanischen Maßnahmen wie Drohnenbrutentnahme und Behandlung mit natürlichen Säuren wie Ameisen-, Milch- und Oxalsäure.

Vermehrung

Ich nutze die sogenannte Standbegattung zur Vermehrung meiner Bienen. Aus meinen Wirtschaftsvölkern bilde ich sogenannte Ableger. Dafür entnehme ich eine bis drei Brutwaben und die Bienen schaffen sich aus jüngster Brut eine neue Königin. Andere Imker züchten Königinnen, und bringen sie zur Begattung auf spezielle Belegstellen. Dort sorgen ausgesuchte Drohnenvölker für eine Begattung. Bei der Standbegattung hat man eine größere biologische Vielfalt und natürlich auch das Risiko, dass die Völker dann lieber schwärmen, weniger Honig produzieren, stechlustiger sind, ...

Im unserem Verein und in der gesamten Imkerschaft wird kontrovers diskutiert ob Reinzuchtköniginnen oder standbegattete die besseren sind. Ich bin mit meiner Lösung bisher sehr gut gefahren und sicher näher an der natürlichen Vermehrung.

 

Schwärme, die ja die natürliche Vermehrung der Bienevölker sind, versuche ich, wie viele meiner Imkerkollegen auch, zu vermeiden. Dazu muss man vor allem im Frühjahr die Bienenvölker regelmäßig durchsehen und eventuelle Weiselzellen ausbrechen (zerstören). Aber ganz vermeiden konnte ich diese über Millionen von Jahren gewachsene natürliche Vermehrung der Bienen nicht immer. Aus einem Schwarm entsteht so ein neues Bienenvolk, das allerdings für die Honigernte erst im folgenden Jahr eingeplant werden kann.

Honigernte

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie man seine Bienen führt. Ich lasse meinen Bienen sehr viele Freiheiten und laufe daher auch mal Gefahr ein paar Kilo Honig weniger zu ernten. Das danken mir meine Bienen aber seit vielen Jahren mit guter Gesundheit und Vitalität.

So entnehme ich beim Schleudern nur einen Teil des eingetragenen Honigs und lasse meinen Bienen immer genug für den eigenen Bedarf übrig. Auch lasse ich den Bienen immer viel Platz im Brutraum enge sie nicht mit einem Schied ein.

 

Wanderimkerei

An meinem heimischen Bienestand produzieren die Immen vorwiegend Blütenhonig bzw. Trachthonig. Meist vermarkte ich diesen Honig als Frühtrachthonig, Sommertrachthonig oder Blütenhonig cremig oder Blütenhonig flüssig.

Für andere Sortenhonige wie z. B. Raps oder Robinie wandere ich mit meinen Bienen an einen Standort, an dem diese Trachtpflanzen in sehr großer Menge vorhanden sind. Kurz vor der Hauptblüte werden dann neue leere Honigräume aufgesetzt und kurz nach Blühende wird der reife Honig geerntet und geschleudert.